Unsere Muster und warum wir uns deblockieren sollten

Oh ja, wir haben sie alle, diese lästigen Muster und die daraus entstehenden Blockaden. Keine Sorge, auch du bist keine Ausnahme!

Wir alle fangen schon in unserer Kindheit an, diese Muster anzusammeln. Diese speichern sich dann häufig in unserem unbewussten an. Das bedeutet, dass wir diese als Erwachsene kaum erinnern können. Man kann sich das mal so vorstellen. Kleine Kinder lernen mühsam zu sprechen. Die Sprache ist dann das, was unser Denken bildet. Aber bevor wir auch wirklich die Bedeutung der einzelnen Worte und Sätze verstehen, vergehen mal so die ersten 7 Lebensjahre. Bis dahin speichern wir in unserem emotionalen Gedächtnis (dem Unbewussten) viele Glaubenssätze, Schemata und soziale Regeln ab, die wir in unserer Familie, Kultur und in unserem sozialen Umfeld erlebt haben. Das bildet dann das Fundament unserer Wahrnehmung von der Welt und uns selbst. Diese emotionalen „Daten“ beeinflussen uns unser ganzes Leben.


Nach Klaus Grawe haben wir auch emotional gewisse Grundbedürfnisse: Nach Orientierung/Kontrolle, Lustgewinn/ Unlust-vermeidung, Bindung, Selbstwerterhöhung/-schutz die erfüllt werden müssen. Passiert das nicht, werden tiefe Ängste geprägt, die schlussendlich immer die emotionale Qualität einer Todesangst haben (Angst vor Zurückweisung und Ablehnung, Angst nicht zugehörig zu sein, Verlustangst). Diese Angst spüren wir häufig in diesem Ausmaß nicht, da diese durch bestimmte (vermeidungs-) Verhaltensmuster vermieden werden. Das läuft alles auf einer unbewussten Ebene ab. Wir spüren im Alltag nur, dass wir von bestimmten Mustern blockiert sind.

 

Werden Bedürfnisse nicht erfüllt und Ängste geschürt, können sich z.B. folgende Muster bilden:

 

  • Ich bin nur gut, wenn ich lieb und brav bin (die Angst nicht dazu zu gehören wird vermieden)

  • Meine eigenen Bedürfnisse sind nicht so wichtig, ich werde nur geliebt, wenn ich diese zurückstelle

  • Die unbestimmte Angst verlassen zu werden, man tut deshalb alles, um nicht verlassen zu werden (angepasst sein oder aufopferndes Verhalten/man stellt seine Bedürfnisse oft in den Hintergrund, um es dem anderen recht zu machen)

  • Wenn etwas zu sicher aussieht kann man dem nicht trauen, es könnte ja jederzeit zusammenbrechen (man versucht alles zu kontrollieren)



Wer ein Elternteil hat, das emotional schwierig war oder ist oder in der Kindheit/Jugend mit Abwesenheit glänzte, kann natürlich auch Vater- und Mutterprobleme bilden. Das kann z.B. heissen wir übernehmen das Fehlverhalten der Eltern oder wir haben Mühe mit bestimmten Menschentypen (Autoritätspersonen, Lehrer, Chefs etc.) oder wir ziehen immer einen bestimmten Typ Partner an, der dann das selbe Verhalten wie der Vater oder die Mutter an den Tag legt. Es kann aber auch sein, dass wir jemanden glorifizieren oder eine Vorstellung haben, wie jemand sein sollte, die niemand erfüllen kann. Sozusagen das „Traumprinz-Syndrom“. Auch das Verhalten der Eltern in ihrer Beziehung kann das Skript für die eigenen Beziehungsdramen werden.

Die Musterbildung ist nie abgeschlossen, es können in jedem Alter noch Muster gebildet werden, die aber dann nicht mehr ganz so tief sitzen, weil der Mensch dann schon etwas bewusster ist.

Ein grosser Muster-Bauplatz ist die Schule. Da kann man sich von klein an schon mal zur Genüge mit Leistungsmustern eindecken: nur wer Leistung und gute Noten bringt ist etwas wert, wenn man das nicht kann schliesst man daraus, dass man dumm ist, das man alles sowieso nicht kann etc. Auch auf sozialer Ebene gibt es in der Schule schon Muster, die aufgebaut oder gefördert werden: wie viele von uns wurden gemobbt – zu gute Noten, zu schlechte Noten, zu schön, zu wenig schön, zu dünn, zu dick, zu gross, zu klein, zu schlecht im Sport. Ganz schwierig in der Pubertät, wenn einem die Hormone plagen und es nur wenig braucht, um die Zweifel am eigenen Wert zu schüren.

Auch im Erwachsenenalter sind wir nicht gefeit vor neuen Mustern oder davor, die alten Muster noch weiter auszubauen - wir hegen und pflegen unsere Muster meist mit Hingabe.

Das Bewusstsein, dass alles, was uns passiert, mit uns selbst zu tun hat und nicht einfach nur Zufall oder das Werk einer grösseren Macht ist, ist in der Regel nicht vorhanden. Auch, weil dieses Bewusstsein in unserer christlich geprägten Gesellschaft nicht vorhanden ist und unsere Wissenschaft in der Regel alles ablehnt, was nicht mit empirischen Mitteln belegt werden kann. Ein so geprägtes materialistisches Weltbild hilft uns kaum, Muster zu erkennen und lösen zu wollen. Keine dieser Denkformen erfasst den Menschen als Ganzes, auch nicht in Bezug auf die eigene göttliche Herkunft und unserer Fähigkeit, unser Leben selbst zu gestalten. Ja, wir sind die Schöpfer unserer Erfahrungen. Dafür müssen wir diese Tatsache allerdings erkennen und unsere Muster bearbeiten.

Wie erkenne ich eines meiner Muster:
Wer immer die gleichen oder ähnlichen Erfahrungen macht, kann davon ausgehen, dass er es mit der gleichbleibenden Konstante zu tun hat -> sich selbst -> und darin ein Muster verborgen liegt.

Zwei Beispiele: die Partner*in nutzt einem aus und verschwindet, sobald sie etwas vermeintlich Besseres gefunden hat oder wir verlieben uns alle 3 Monate neu und danach verlieren wir das Interesse am anderen.  

Man kann sich auch Hilfe holen beim Muster erkennen bei Psychologen/Therapeuten, die z.B. Familienstellungen machen, bei verständigen Freunden oder gut geschulten Medien. Bei Letzteren hat es noch den Vorteil, dass auch Muster angeschaut werden können, von denen man keine Ahnung hat, dass man sie hat, weil man sie nicht selbst aufgebaut hat. So haben meine Mutter und ich Jahrelang ein geerbtes Muster meiner Grossmutter mitgeschleppt, das bei uns beiden zu unterschiedlichen Blockaden geführt hat. Bei mir zu Aggression, bei meiner Mutter zu Passivität. Der Ursprung des Musters ist nicht mehr ganz zu ergründen, liegt aber vermutlich in der Beziehung von meiner Grossmutter zu ihrem Vater und der Stellung der Frau damals. So ein geerbtes Muster alleine zu erkennen ist äusserst schwierig, da kann einem wirklich jemand helfen, der in der Aura lesen kann.

Wie löse ich das Muster?
Das Erkennen des Musters ist schon mal die halbe Arbeit. Ist ein Muster erkannt, sollte es auch bearbeitet werden. Ich persönlich habe im Laufe der Jahre verschiedene Techniken kennengelernt und ausprobiert, um meine Muster zu bearbeiten und im besten Fall zu lösen. Die effektivste Technik, die mir von Andy Schwab vermittelt wurde und die ich häufig anwende und weitergebe, ist das automatische Schreiben (siehe separaten Text dazu), mit Fokus auf das zu Lösende.

Natürlich kann man es auch mit Hypnose, Familienstellung, Psychotherapie, Kinesiologie oder Geistheilen versuchen. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Jeder funktioniert anders und was bei mir gut anschlägt muss nicht unbedingt auch bei anderen gut funktionieren.

Wichtig finde ich, dass man etwas tut und seine eigenen Hindernisse bearbeitet, damit man sich nicht noch Jahre lang im Kreis dreht. Auch sollte man sich bewusst sein, dass es möglich ist, dass eine gelöste Blockade in einer anderen Form wieder auftaucht – ein Zeichen dafür, dass das Muster noch nicht auf allen Ebenen gelöst ist. Wenn das passiert: es locker nehmen, weiter an der Lösung arbeiten, der Weg ist das Ziel. Muster-Lösung ist ein Prozess, mit dem man sich gut und gerne auch mehrere Leben lang beschäftigen kann. Einfach da Hilfe holen wo man denkt, dass es nötig ist, und dann wieder weiter machen. Nobody is perfect.

Wichtig ist und ich möchte es hier nochmals wiederhohlen: wir sind die Schöpfer unseres eigenen Lebens und der Erfahrungen, die wir machen, nicht eine höhere Macht und nicht der Zufall.

Man kann Zufall auch anders verstehen: uns „Zu-Gefallenes“ ist oft ein Zeichen unsere Seele oder unserer Teams, die uns Unterstützen auf unsere Lebensweg und die uns in die richtige Richtung schubsen wollen. Auch wenn etwas einfach nicht klappt kann das ein Zeichen sein, dass wir in die falsche Richtung „laufen“ und ein Umdenken angesagt wäre. Im Gegenzug kann man davon ausgehen, wenn alles wie am Schnürchen klappt und sich das Getane richtig anfühlt, dass wir auf „Kurs“ sind mit unserem Seelen-Plan. Das „richtig anfühlen“ ist noch wichtig: je weniger Muster man hat, die einem „reinfunken“, desto sicherer kann man sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Und deshalb ist es wichtig, seine Muster und Blockaden zu bearbeiten, um möglichst wenig bis keine Störungen auf dem Lebensweg zu haben.