Kurzbiographie oder mein persönlicher Weg zum Medium.

Wie alle Kinder zwischen 0 und 7 war auch ich noch sehr mit der Geistigen Welt verbunden. Ich kann mich aber nicht erinnern, Bilder oder gar Geistwesen gesehen zu haben. Ich war einfach sehr feinfühlig und hatte durch mein Gespür für andere immer viel mitbekommen. Heute würde man wohl von einem hochsensiblen Kind reden, man ist da ja zum Glück schon etwas weiter als noch vor vierzig Jahren. Ich habe jahrzehntelang nicht gemerkt, dass nicht alle Menschen dasselbe Gespür für die Umwelt haben wie ich. Die Schule war eine Qual, auch, weil ich eine Legasthenie habe und nicht alle der damaligen Lehrer damit umgehen konnten. Ich konnte mit den Themen der meisten meiner Mitschüler nicht viel anfangen und auch wenn ich Freundinnen in der Schule hatte, fühlte ich mich doch oft ziemlich alleine. Ich hatte das Gefühl, irgendwie nicht in dieses Gesellschaftssystem zu passen.

 

Mein Vater, der sehr im katholischen Glauben verwurzelt ist, kann bis heute nichts mit der Geistigen Welt oder Esoterik anfangen. Ich habe mittlerweile und nach einem langen Prozess meinen Frieden damit geschlossen, dass er mich nicht versteht - irgendwann muss man einfach zu sich selber stehen. Meine Mutter fing an sich für esoterische und spirituelle Themen zu interessieren als ich noch ein Kind war. Dieses erwachte Interesse ihrerseits an allem was nicht so recht greifbar war, hat mir sehr geholfen, meine in dieses Leben mitgebrachten Talente und Fähigkeiten zu leben und weiter zu entwickeln. Sie nahm mich schon früh mit an öffentliche Jenseitsdemonstrationen von spiritistischen Medien. Meine ersten Erfahrungen mit medialer Arbeit habe ich bei Heidi Herzog gesammelt (gestorben 2015). Sie war ein sehr begabtes Medium und einer der wunderbarsten Menschen, den ich je kennenlernen durfte. Sie ist seit jeher ein Vorbild für mich und ihre feinfühlige Art mit Menschen, Tieren, Pflanzen und Steinen umzugehen, ist für mich noch immer eine Inspiration.

 

Mit etwa 20 Jahren hat sich dann ganz plötzlich, sozusagen aus heiterem Himmel, meine Hellsichtigkeit entwickelt. Ich sass mit einem Kumpel aus der Hotelfachschule am See, wir unterhielten uns angeregt über feinstoffliche Wahrnehmung, als ich plötzlich seinen Geistführer hinter ihm stehen sah. Von da an sah ich ständig Geistwesen bei den Menschen, konnte sie allerdings nicht verstehen.

 

Es folgten diverse Kurse und Workshops bei verschiedenen Schweizer Medien (unter anderem bei Margrit Strub und Renée Bonanomi). Diese Tage und Wochenenden waren immer sehr schön, voll mit erhebenden Erlebnissen und netten Menschen. Ich habe auch immer mal wieder versucht, ausserhalb dieser Kurse und Workshops Gleichgesinnte zu finden, dies führte aber meist zu Enttäuschungen. Ich war wohl einfach noch nicht so weit oder habe am falschen Ort gesucht. Ich hatte aber das Glück, dass ich bereits Freundinnen in meinem Leben hatte, mit denen ich über meine etwas anderen Empfindungen sprechen konnte. Auch wenn sie es vielleicht nicht so ganz verstanden haben, haben sie mich doch so akzeptiert wie ich bin. An dieser Stelle vielen Dank an Nina, Meike und Saskia.

 

Mit etwa 30 war ich ziemlich frustriert. Ich nahm sehr viel war, Bilder und Symbole bei mir und anderen, sah immer wieder verschiedene Geistwesen, konnte aber absolut nicht unterscheiden was von mir kam, was von anderen, ich war in einem ständigen Wahrnehmungs- und Emotions-Chaos. Mir war klar, so konnte es nicht weitergehen, ich musste einen Weg finden mit meiner Medialität umzugehen.

 

Von dieser Erkenntnis bis zum Start meiner Ausbildung an der Kaleidoskop-Schule (die Schule gibt es heute nicht mehr, Sabine und Andy unterrichten aber immer noch, einfach getrennt) vergingen noch drei weitere Jahre, da es schwierig war, überhaupt eine Schule und dann eine für mich geeignete Schule zu finden. Vieles war mir zu dogmatisch oder zu abgehoben, ich mochte diese In der Luft-Schweber und Alles-Umarmer nicht, ich wollte etwas Handfestes soweit man das bei medialer Arbeit finden kann.

 

Damals arbeitete ich als Masseurin im Hamam in Zürich. Andrea, eine der anderen Masseurinnen im Team, hat mir dann von der Kaleidoskop-Schule und von Andy Schwab und Sabine Wolters erzählt. Das fand ich sehr interessant, da ich auch schon von Sabine gehört hatte, Andy kannte ich damals noch überhaupt nicht. Ich begann mich über die beiden zu informieren, habe die Idee, die Schule zu beginnen, dann aber wieder verworfen.

 

Ein Jahr später war ich noch viel frustrierter, aber auch endlich und wirklich bereit, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Ich buchte im November 2011 spontan ein Wochenende mit Sabine Wolters in Bern „Medialität ist lernbar“.

 

An diesem Wochenende erlebte ich eine für mich ganz neue Art der Medialität. Wir übten uns am ersten Tag im sensitiven Wahrnehmen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir meine erste Erfahrung mit der Psychometrie, also dem Lesen aus Gegenständen:

Wir fischten aus einem Korb einen Gegenstand von einem anderen Schüler, diese hatten wir zuvor verdeckt abgegeben. Mittels dieses Gegenstandes, ich hatte eine fremde Uhr in der Hand, erspürte ich nun Informationen über eine mir fremde Person. Ich hielt die Uhr in der einen Hand und schrieb mit der anderen auf einen Block was mir zur Person einfiel. Ich sah eine Wohnung, die ich beschrieb, ich sah zwei Kinder, ich sah, dass die Frau kein Fleisch ass. Ich war überzeugt, dass ich mir das alles einbildete. Als wir die Übung auflösten war ich unglaublich erstaunt, als die Besitzerin der Uhr alle meine Wahrnehmungen bestätigte.

Am zweiten Tag übten wir uns im medialen Arbeiten, wo ich meinen ersten Jenseitskontakt herstellte:

Ich hatte nicht die geringste Ahnung was ich tun sollte. Nach kurzer Instruktion durch Sabine, bat ich bei meinem Team und der Geistigen Welt um einen Kontakt, der mein Gegenüber verstehen würde und öffnete mich für jemanden, der gerne kommen würde. Nach ein paar Sekunden sah ich einen kräftigen Mann vor mir mit Glatze. Ich beschrieb sein Äusseres und mein Gegenüber wusste sehr schnell, wer das war. Mir sagte sie natürlich nicht wer es ist, das musste ich ja selber erspüren. Ich wollte also von meinem Kontakt wissen, wer er denn sei und nach einigem Herumgeraten meinerseits traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz: der Kontakt war der Vater meines Gegenübers. Als sie mir dies bestätigte, „überschwemmte“ mich eine Welle von Liebe, die der Vater für seine Tochter empfand, dass ich nur noch heulend da sitzen konnte. Mein Gegenüber lachte und sagte, dass er das mit allen mache. Ich konnte es fast nicht fassen, diese Liebe, die ich spürte und die nicht von mir kam, war derart kraftvoll, einfach unglaublich.

 

Ich wollte bis zu diesem Zeitpunkt nie Jenseitskontakte machen. Ich dachte, die Verstorben in der geistigen Welt wissen auch nicht mehr als wir und seien mit ihren alten Problemen beschäftigt. Nach diesem ersten Kontakt war mir aber klar, dass die Arbeit mit Verstorbenen doch sehr viel vielschichtiger und interessanter war, als ich mir das bis dahin vorgestellt hatte.

 

Nach diesem Wochenende hiess mich Sabine an der Schule willkommen und meine Basisausbildung in Sensitivität und Medialität an der Kaleidoskop-Schule begann. Gleichzeitig startete ich mit Yoga, um besser mit meiner beachtlichen inneren Unruhe umgehen zu können – ich konnte damals kaum 5 Minuten still sitzen.

 

Dass diese zwei Entscheidungen einmal zu einer medialen Praxis führen würden, war damals natürlich absolut nicht mein Ziel. Ich wollte einfach mit meinen Fähigkeiten klar kommen und lernen, wie meine Medialität funktioniert. Ich wollte sie einsetzen können, wo und wann ich wollte, andererseits wollte nicht mehr ständig alles um mich herum wahrnehmen und die Fragen an meinen Geistführer auch beantwortet bekommen.

 

Die ersten Ausbildungs-Wochenenden im Februar 2012 wurden von einem Medium geleitet, das hin und wieder für die Schule arbeitete. Eine sehr starke Persönlichkeit, die ganz genaue Vorstellungen hatte, wie man als Medium arbeitet und einem diese Meinung auch direkt um die Ohren gehauen hat. Das kollidierte mit meinem Ego, nach diesen Wochenenden hätte ich die Schule fast verlassen. Dank meinem Mann habe die Flinte dann doch nicht gleich ins Korn geworfen und machte im März 2012 mein erstes Wochenende mit Andy Schwab mit dem Thema Jenseitskontakte.

 

Ich hatte da immer noch nicht ganz kapiert, dass die Verstorbenen ganz anders waren als ich sie mir vorstellte, in meinem Kopf herrschte noch immer das Eso-Durcheinander von Besetzungen und unerlösten Seelen. Ich sass also mit einigen Wiederständen im Kreis und lernte Andy kennen. Er wies uns in die Technik des Jenseitskontakt-Gebens ein. In mir sträubte sich alles. Zu meinem Erstaunen wurde ich von Andy genau an dem Punkt abgeholt: es war ok, Wiederstände zu haben, es war ok, sich wie eine „teubelnde“ Vierjährigen zu fühlen, die partout nicht machen wollte, was von ihr verlangt wurde. Andy versuchte mich möglichst sanft aus der Reserve zu locken und ich traute mich an diesem Wochenende mal so richtig aus meiner Komfortzone raus. Das Ergebnis war erstaunlich! Ich hatte nicht nur ein paar sehr erfreuliche „Konversationen“ mit Verstorbenen die ich an meine Mitschüler weitergeben durfte. Nein, ich bekam auch selbst ein paar Kontakte, meine Grosseltern waren alle da und ich konnte ihre Nähe und Liebe spüren. Das Eis war gebrochen, nicht nur zwischen mir und den Verstorbenen, ich hatte in Andy endlich auch einen Lehrer gefunden, der mir meine Fragen beantworten konnte.

 

Im Nachhinein würde ich sagen, ab da fing meine Ausbildung zum spiritistischen Medium an und ich begann auch die Reise zu mir selber. Andy legte nebst der medialen Ausbildung auch grossen Wert auf die spirituelle Weiterentwicklung seiner Schüler, so lernte ich dann die alten indischen Weisheiten und yogischen Techniken kennen.

 

Meine Basisausbildung dauerte ca. 1,5 Jahre und war eine Wohltat. Ich lernte, wie ich funktioniere und war endlich nicht mehr der Spielball meiner unkontrollierten mentalen Energie. Die Ausbildung hatte natürlich so ihre Hochs und Tiefs. Kaum hatte man das Gefühl, dass man's kapiert hat, wie das jetzt klappt mit dem Jenseitskontakt, schon ging's nicht mehr. Die Konfrontation mit mir selber und das Aufräumen meines hauseigenen Seelenmülls waren Gefühlsachterbahnen und sehr anstrengend. Die intensive Arbeit mit der Geistigen Welt und dem eigenen Team aber waren erhebende Erlebnisse: die Arbeit mit den feinstofflichen Wesen fiel einem leichter, ihre Präsenz und Liebe waren fast greifbar, ihre Nachrichten wurden klarer. Hinzu kam noch, dass man mit einer grossen Gruppe Menschen zusammen ist, die so sind wie man selbst. Die auch die gleichen Problem haben und an die selben Hindernisse stossen, eine Erfahrung die ich vor der Basisausbildung nur selten gemacht hatte. Gegen Ende der Basisausbildung war mir klar, dass ich die Schule noch nicht verlassen wollte, es gab noch viel zu lernen und ich wollte den eingeschlagenen spirituellen Weg noch nicht alleine gehen.

 

Die Entscheidung, die Fortgeschrittenen-Ausbildung zu machen, hatte auch auf höherer Ebene einen Schub gegeben. Mein Team gab richtig Gas, ich wurde immer stärker unterstützt und mir fiel Vieles plötzlich leichter. Meine Wahrnehmung war schon gut, ich musste aber noch lernen, wirklich alles mitzubekommen, präziser zu arbeiten, meine eigene Interpretation draussen zu lassen und mit dem Druck umzugehen, den ich mir selbst auferlegte. Durch gezielte Aufgaben an den Wochenenden, begleitete Sitzungen, weitere Intensiv-Wochen und unzählige Zirkelabende wurde ich dann langsam aber sicher zum Berufsmedium.

 

Gegen Ende meiner Ausbildung wollte ich mehr Erfahrungen sammeln, so entschloss ich mich Sitzungen gegen Geld anzubieten. Ich erstellte eine Webseite, meldete mich bei www.meinmedium.ch an und gab all meinen Freunden und Bekannten Bescheid. Bald schon konnte ich meinen ersten Termin vergeben und trotz unglaublichem Lampenfieber auch einen Jenseitskontakt herstellen. Meine erste Kundin war zufrieden und ich musste mich nicht schämen. Sie kam im Lauf der Jahre immer mal wieder und fand auch, dass ich besser wurde. Es gab aber auch mal eine wichtige wenn auch „markerschütternde“ Erfahrung für mich: eine Kollegin sage mir, sie wolle Kontakt zu einer verstorbenen Freundin. Ich merke schon im Vorfeld, dass da etwas nicht stimmte: die Kollegin wollte eine ganz bestimmte Nachricht von der verstorbenen Freundin bekommen als Beweis, dass sie es auch wirklich ist. Ich lud sie trotzdem ein, konnte den Kontakt aber nicht herstellen. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass die Kollegin gar nicht wirklich Kontakt zur Verstorbenen suchte, sondern mich testen wollte. Das zu verdauen kostete mich einige Zeit.

 

Die Ausbildung zum Medium ist nach dem Diplom noch lange nicht fertig. Die eigenen Fähigkeiten verändern sich immer mal wieder und man legt sich einen gewissen Erfahrungsreichtum zu.

 

Andy hat uns immer mal wieder gesagt, dass es Sitzungen gibt, in denen wir nicht das gewünschte bieten können oder „versagen“; dann soll man das Geld zurückgeben, sich etwas schämen und weiter machen. Daran halte ich mich.

 

Ich bin immer noch bei Andy im Zirkel. Es hilft mir, meine Erfahrungen aus der Praxis mit einem Medium teilen zu können, das viel mehr Erfahrung hat als ich, mich beraten und mir weiterhelfen kann. Ich habe auch gemerkt, dass die Reise weitergeht und es noch vieles zu entdecken gibt ausserhalb vom Spiritismus und den yogischen Wegen, die ich bisher gegangen bin. Es bleibt also spannend und ich freue mich auf das Neue, das da noch kommt.